Die Preise steigen und mit ihnen der Druck auf die Notenbanken. Nicht nur Finanzprofis, auch die breite Bevölkerung erwartet mehr und mehr, dass die Währungshüter der derzeitigen Inflationsentwicklung entschlossen entgegenwirken. Doch das ist nicht so einfach, finden Experten des Vermögensverwalters Flossbach von Storch. Die Gründe für die steigenden Inflationsraten lägen vorrangig an Nachfrageverschiebungen und Produktionsengpässen und nicht etwa an einer überhitzenden Konjunktur. Gleichzeitig sind viele Unternehmen weiterhin geschwächt durch die Auswirkungen der Pandemie auf ihr Geschäft. 

Eine Erhöhung der Zinsen würde diese hart treffen und auch an den Finanzmärkten zu gravierenden Schwankungen führen. "Statt einen harten Tritt auf die Bremse zu riskieren, müssen die Notenbanken versuchen, mit einem verbalen Drahtseilakt und kosmetischen Operationen ihren Willen zur Inflationsbekämpfung zu bekunden", meinen die Flossbach-Experten. Die Herausforderung durch die steigende Inflation wird vorerst wohl kaum von selbst verschwinden: Die Experten sind sich einig, dass die Preissteigerung gekommen ist, um eine Weile zu bleiben.  

Verblüffende Akzeptanz für Preiserhöhungen 
Neben dem Nachholbedarf vieler Bürger, die durch Lockdowns und Konsumbeschränkungen während der Pandemie zunächst mehr gespart haben als gewollt, kommen strukturelle Faktoren hinzu, die die Inflation antreiben. Außerdem entlädt sich der Konsumstau allmählich und die Privathaushalte schichten Teile ihres Budgets von der "Sparquote in die Spaßquote um". Das könnte den Flossbach-Experten zufolge erklären, weshalb viele Kunden erstaunlich klaglos selbst hohe Preissteigerungen in den Geschäften deutlich bereitwilliger als zuvor hinnehmen. (fp)