Das Corona-Virus hat Investoren bis ins Mark getroffen. In Zukunft wird es daher umso wichtiger, die Chancen bei der Geldanlage nicht aus dem Blick zu verlieren, glaubt Bert Flossbach, Gründer und Co-Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. "Wer nur auf die Risiken schaut, kann kein Vermögen erhalten, geschweige denn vermehren. Schon gar nicht, wenn noch Steuern und Inflation obendrauf kommen", glaubt der Vermögensprofi.

Wem vor lauter Angst der Mut zum Investieren fehlt, der begibt sich laut Flossbach in eine gefährliche Sackgasse, an deren Ende ein größerer Verlust stehen kann. "Millionen von Menschen mussten in Zeiten hoher Inflation zusehen, wie ihre Ersparnisse dahinschmolzen", erklärt der Experte. Letztendlich gehe es deshalb immer um das Abwägen von Chancen und Risiken.
 
Qualität bleibt Trumpf

Als Beispiel nennt der Vermögensprofi vermeintlich risikolose Anlagen wie Geldmarktfonds oder Kontoguthaben, die langfristig sehr wohl riskant sein können – ebenso wie risikoreiche Anlagen wie Aktien, die langfristig durchaus sicher sein können.

Er rät Investoren dazu, ihr Portfolio klug zu diversifizieren. Die einzelnen Titel sollten ein attraktives Verhältnis von Qualität und Wert aufweisen und liquide genug sein, um genug Handlungsspielraum zu gewähren. "Unter Qualität verstehen wir die Höhe und Sicherheit der zukünftigen Zahlungsströme und die Substanz beziehungsweise Solvenz der Anlage", sagt Flossbach. Der Wert bemesse sich dabei daran, wie viel davon noch nicht im Preis enthalten ist. "Qualitätsanlagen schlagen langfristig den Durchschnitt – erst recht, wenn sie zu einem attraktiven Preis erworben wurden." (fp)