Investoren denken oft in Extremen, kritisiert Vermögensverwalter Kurt von Storch. "Viele Anleger kennen nur Schwarz oder Weiß, ja oder nein, himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt", sagt er. "Aktien rein oder raus, je nach Marktstimmung." Dieses Verhalten zeigt sich nicht nur an der Börse. So hängen insbesondere in Deutschland viele Menschen trotz Niedrigzinsen an ihren Sparbüchern, weil sie ihnen als sicheres Investment erscheinen – und kaufen gleichzeitig Zertifikate. "Eine sinnvolle, langfristig ausgerichtete Anlagestrategie funktioniert so nicht", sagt von Storch.

Viele Menschen beschäftigten sich kaum oder überhaupt nicht mit dem Thema Geldanlage, ergänzt Bert Flossbach: "Ergo wissen viel zu wenig darüber, was unter anderem dazu führt, dass ihre Renditeerwartungen viel zu hoch sind gemessen an der Vermögensverteilung. Wenn ich drei Prozent Rendite erzielen möchte, aber alles auf das Sparbuch packe, dann kann das nicht funktionieren."

Ein großes Problem sei, dass Anleger Kursschwankungen als Risiko missverstünden, erklärt der Co-Chef des Kölner Asset Managers Flossbach von Storch. "Das führt dazu, dass sie, sobald es an den Bösen etwas ruppiger zugeht, eilig ihre Aktien verkaufen, so sie denn welche haben – aus Angst, sie könnten noch mehr verlieren." Studien zeigen, dass zwischenzeitliche Kursverluste Anleger mehr schmerzen als mögliche Kursgewinne die Anleger erfreuen. Wer in fallenden Märkten panisch verkauft, denkt aber zu kurz, mahnt von Storch. "Wer Vertrauen in die Qualität seiner Anlagen und Geduld hat, der muss Kursschwankungen nicht fürchten. Er kann warten und sich in der Zwischenzeit über die Dividenden freuen. An der Börse ist die Zeit unser Freund. Ich würde mir wünschen, der ein oder andere Sparer würde das beherzigen", sagt Flossbach.

Risiken verstehen, Klippen umschiffen
Bei Flossbach von Storch plant man langfristig, betont der Anlageprofi. "Wir denken wie Kaufleute. Das gilt auch für unseren Auftrag: das Vermögen derjenigen, die uns ihr Geld anvertrauen, langfristig zu erhalten und zu mehren. Daran lassen wir uns messen." Um als Vermögensverwalter auch in Krisenzeiten erfolgreich zu sein, muss man laut von Storch versuchen, Risiken zu verstehen und die größten Gefahren, denen die Kundenvermögen auf lange Sicht ausgesetzt sind, zu umschiffen. (fp)