Je stärker der Schuldenberg der Staaten weltweit wächst, desto abhängiger werden sie von niedrigen Zinsen – und umso wahrscheinlicher ist es, dass die Nullzinspolitik fortgeführt wird. Dieser Teufelskreis des immer billigeren Geldes kann Sparer in den Abgrund reißen. "Die überschaubaren Renditen, die Anleger auf verzinsliche Anlagen erhalten, werden bei weitem nicht ausreichen, um die Inflation auszugleichen", schreibt Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, in einem Gastbeitrag für die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ).

Viele Menschen werden so mit der Zeit deutlich ärmer werden, prognostiziert der Experte. Treffen wird die Enteignung vor allem diejenigen, die im Alter dringend auf ihr Erspartes angewiesen sind. Das Problem: "Den meisten fällt das gar nicht auf, weil der Betrag, der im Sparbuch steht, ja nicht weniger wird", sagt Vorndran. Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Nominalwertillusion.

Sachwerte schützen vor Inflation
Je stärker die Inflation anzieht, umso größer wird die Lücke zwischen dem Wert, den der Kontostand vorgibt, und dem realen künftigen Wert des Vermögens. "Wie sich die Inflationsraten entwickeln, lässt sich leider nicht seriös vorhersagen", sagt der Experte. Jedoch gilt eine alte Regel: Wer Vermögen langfristig erhalten will, sollte in Sachwerte investieren.

Dazu zählen nach Ansicht des Vermögensprofis unter anderem Immobilien sowie Aktien erstklassiger Unternehmen. Auch Gold eigne sich gut als Versicherung gegen die Risiken des Finanzsystems, so Vorndran. (fp)