Die steigende Inflation macht sich nicht nur in den Verbraucherpreisen bemerkbar. Auch die Vermögenspreise steigen weiter an. Zum Ende des zweiten Quartals 2021 sind die Preise für das Vermögen privater deutscher Haushalte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,7 Prozent in die Höhe geschnellt. Das zeigt der aktuelle "Vermögenspreisindex" des Flossbach von Storch Research Institutes. Damit handelt es sich um den zweithöchsten Preisanstieg seit 2005 – so weit reicht die Zeitreihe des Instituts zurück. Lediglich im ersten Quartal des laufenden Jahres war der Preisanstieg mit 11,9 Prozent noch höher gewesen.

Vor allem die Immobilienpreise sind auf einem Höhenflug: Im Vergleich zum Vorjahresquartal haben sie um 9,8 Prozent zugelegt. Das ist die größte Zunahme seit Beginn der Erhebung. Grund dafür sind laut den Flossbach-Experten die günstigen Finanzierungsbedingungen, gepaart mit einer hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien bei einem nur langsam größer werdenden Angebot.

Sowohl Sach- als auch Finanzwerte legen zu
Innerhalb von einem Jahr sind Sachwerte im Allgemeinen sogar um 12,9 Prozent teurer geworden. Auch Finanzvermögen wie Aktien oder Spareinlagen konnten einen Preisanstieg verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt dieser bei sechs Prozent.

Für die hohen Inflationsraten gibt es aus Sicht der Studienautoren mehrere Gründe: Zum einen hat die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die steigenden Vermögenspreise begünstigt. Auch die EZB-Ankündigung, die Zinsen weiterhin niedrig zu halten, trägt dazu bei. Die Sorge um eine Geldentwertung hat zudem die Nachfrage nach Vermögensgütern ansteigen lassen. Auch staatliche Konjunkturpakete tragen zu steigenden Vermögenspreisen bei. (fp)