"Wenn Italien im Euro bleiben soll, darf es keine Zinswende geben", erklärt der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch in seinem jüngsten Marktausblick. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) dem Beispiel der US-Notenbank Fed folgen und die Zinsen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, wären bei italienischen Staatsanleihen Renditen von mehr als vier Prozent zu erwarten. "Dies hätte für das mit 131 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verschuldete Land äußerst unangenehme Konsequenzen", schreibt Bert Flossbach, der Gründer des Vermögensverwalters, in dem Quartalsbericht.

Aktuell liegt der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen bei deutlich über zwei Prozent. "Sofern es nicht zu der vom italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte geforderten bedingungslosen Vergemeinschaftung aller wirtschaftlichen Risiken kommen sollte, dürfte der Risikoaufschlag weiter hoch bleiben oder sogar noch zunehmen", so der Star-Fondsmanager.

Niedrigzins: Gekommen, um zu bleiben
Für Anleger im Euroraum bedeute das, dass die Zinsen noch lange Zeit sehr niedrig bleiben dürften, ist der Vermögensverwalter überzeugt. Vermeintlich sichere Anleihen dürften auf Dauer keine nennenswerten Renditen mehr bieten. Sollte zudem die nächste Rezession die Eurozone erreichen, bevor die Zinswende eingeleitet ist, müssten Investoren die Hoffnung auf höhere Zinsen endgültig begraben. (fp)