Die Finanzmärkte haben sich im ersten Quartal 2019 von den Turbulenzen des letzten Quartals 2018 erholt. Fast alle Assetklassen konnten die erlittenen Verluste inzwischen wieder aufholen. Das ging "deutlich schneller als erwartet", sagt Beat Thoma, Chefanlagestratege bei Fisch Asset Management in Zürich. Die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed, die Sorgen um allzu schnelle Zinsanstiege zerstreuten, sorgen aktuell für positive Impulse. Und doch sollten Investoren vorsichtig bleiben und ein gewisses Überraschungspotenzial bei der Zinsentwicklung berücksichtigen, sagt der Experte. 

Die US-Notenbank Fed hatte Anleger mit ihrer neuerlichen monetären Lockerung beruhigt und Hoffnung auf ein andauerndes Wirtschaftswachstum verbreitet. Da der Konjunkturaufschwung inzwischen allerdings schon rund zehn Jahre alt ist, bereiten sich einige Marktteilnehmer auf ein Ende des Zyklus vor. Thoma schreibt in einer aktuellen Analyse, ein fixer Zeitpunkt für ein mögliches Ende des Aufschwungs sei schwer zu bestimmen. Doch "nach dem momentanen Stand der Dinge sollte diesbezüglich in 2019 noch keine erhöhte Gefahr drohen", schätzt der Fisch-AM-Experte. 

Das Risiko weiter steigender Löhne
Eine ernstzunehmende Gefahr stellen allerdings die zuletzt stark gestiegenen Löhne im Euroraum und in den USA dar, warnt Thoma, da die Notenbanken wegen der Lohninflation unter Handlungsdruck geraten könnten. In Kombination mit globalen Basiseffekten könnte es zu einer Situation kommen, "die sowohl die EZB als auch die US-Notenbank dazu bringt, trotz temporärer konjunktureller Delle doch wieder an der Zinsschraube zu drehen", sagt Thoma. Er verweist darauf, dass die Fed bereits in der Vergangenheit bei starken Lohnanstiegen, mehr Wachstum und höherer Teuerung die Zinsen erhöht hatte. (fp)