Investoren können aufatmen, denn ein großer Crash an den Kapitalmärkten steht nicht bevor, ist sich Beat Thoma, Chefanlagestratege bei Fisch Asset Management in Zürich, sicher. Zwar sind punktgenaue Marktprognosen – wie immer – kaum möglich. Doch mit Blick auf verschiedene Indikatoren gibt Thoma Entwarnung und zeigt sich sogar einigermaßen optimistisch. "Investoren können weiterhin kontrolliert Gas geben bezüglich der Portfolio-Allokation, denn für ein Bremsmanöver ist es noch zu früh", sagt er.

Insbesondere der Blick auf die monetäre Ausgangslage des Systems bietet Anlass zur Hoffnung. "Und hier besonders die Entwicklung der extrem bedeutsamen Geldmultiplikatoren", so Thoma. Dieser Indikator kann nicht manipuliert werden und ist dementsprechend aussagekräftig. In den USA steigt der Geldmultiplikator bereits seit drei Jahren, in Europa hat er sich stabilisiert – trotz der weniger lockeren Geldpolitik der Notenbanken. "Das Geld, das die Zentralbank aus dem Kreislauf entfernt, wird durch die Kreditschöpfung der privaten Banken mehr als kompensiert. Das ist extrem positiv", sagt Thoma. 

Viele Gründe zum Durchatmen
Der Fisch-AM-Experte nennt noch drei weitere Indikatoren, die Anleger beruhigen sollten. Die Notenbanken beispielsweise sind auf einem weder zu expansiven noch zu restriktiven Kurs, die Inflation bleibt unter Kontrolle. Der starke US-Arbeitsmarkt tut sein Übriges und schafft ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, Geldversorgung und Preisniveau. Die Zinskurve kündigt nach Meinung des Experten keine Rezession an. Abschließend "gibt es auch keine größeren Fehlbewertungen oder gar Blasen – weder am Aktien- noch am Kreditmarkt." (fp)