Die Corona-Krise sorgt zwar für Erschütterungen am Finanzmarkt, immerhin gab es aber beim Nachwuchs keine Zäsur. Das zeigen Zahlen der Wiener Wirtschaft. Während am Tourismus- und Freizeitsektor Pandemie-bedingt nur halb so viele Lehrlinge anfangen konnten wie im Jahr davor, gab es in Finanzbranche Steigerungen: Ende 2020 wurden in den Bank- und Versicherungsbetrieben der Bundeshauptstadt 366 Lehrlinge ausgebildet, um 5,8 Prozent mehr als Ende Dezember 2019, heißt es in einer Aussendung der Wiener Wirtschaftskammer (WK-W).

Erwin Hameseder, Obmann der Sparte Bank und Versicherung der WK-W, führt den Zulauf auf die Lehrlingskampagne des Vorjahres zurück. Es habe einen Rekord an Bewerbern gegeben. Auch 2021 sei es Ziel der Institute, die Lehranfängerzahlen zu steigern. Gesucht sei "neuer Typus von Bank- und Versicherungsmitarbeiter". Mitarbeiter müssten heute "flexibler, mobiler und innovativer" sein, als vor 20 Jahren und abseits klassischer Bankarbeitszeiten in verschiedenen Kanälen einsetzbar sein – Telefon, E-Mail, Filialen.  

Ausbildungsabbrecher gefragt
Im Zentrum der Werbekampagne steht eine Potenzialanalyse, die Interessierte online selbst durchführen können (www.bankenlehre.at und www.versicherungslehre.at). "Angesprochen werden sollen nicht nur die klassischen Lehranfänger, sondern auch Maturanten oder Studienabbrecher, denn auch für sie bildet eine Lehre bei uns eine große Karrierechance", so Franz Stiglitz, Bildungsbeauftragter der Sparte. (eml)