Italienische Staatsanleihen stehen nach einigen starken Wochen nun wieder unter Druck, sagt Andrea Iannelli, Investmentdirektor der Fondsgesellschaft Fidelity International. Die turbulente politische Lage in Rom bringt die Märkte ins Wanken. "Italienische Staatspapiere werden wohl solange unter Druck bleiben, bis mehr Klarheit über die neue Regierung und den Haushalt herrscht", kommentiert der Experte. Das sinkende Vertrauen der Anleger zeigt sich auch im Spread italienischer Staatsanleihen. Er ist innerhalb eines Tages um 26 Basispunkte gestiegen und steht jetzt bei 230 Basispunkten.

Was dahinter steckt: Der Senat hat die Forderung von Innenminister Salvini nach einem Misstrauensvotum bereits abgelehnt. Sollte es im Oktober jedoch zu Neuwahlen kommen, könnte die rechtspopulistische Regierungspartei Lega laut Umfragen eine Mehrheit erhalten. "Ermutigt durch den wachsenden Zuspruch dürfte Salvinis Partei in den Haushaltsverhandlungen mit den europäischen Partnern auf Konfrontationskurs gehen", vermutet Iannelli.

Chancen bei Top-Banken
Fidelity hat sein Engagement in Italien bereits seit Jahresbeginn zurückgefahren. Iannelli betont allerdings, dass italienische Staatsanleihen für Anleger auf der Suche nach Rendite eine attraktive Alternative zu negativverzinsten europäischen Anleihen sein können. Auch bei Unternehmensanleihen sieht Iannelli Chancen: Italiens Großbanken haben ihren Bestand an italienischen Staatsanleihen nämlich reduziert und seien von weiteren Spread-Ausweitungen weniger betroffen. Ein Einstieg bei ihnen verspreche daher Chancen. (fp)