Der Tech-Sektor ist bei steigenden Zinsen ein naheliegender Kandidat für Korrekturen, sagt Eduard Baitinger, Head of Asset Allocation bei der Feri-Gruppe. Die Bewertungen vieler Internet- und Technologiefirmen sind nicht fundamental begründet, sondern stützen sich auf reine Wachstumsversprechen. Steigen die Zinserwartungen, müssen künftige Gewinne mit einem höheren Zinssatz abdiskontiert werden. "Dies führt, wie auch bei Anleihen mit sehr langer Laufzeit, zu einer Neubewertung und starken Kursabschlägen", erklärt Baitinger.

Chinesische Technologiewerte haben den Anfang gemacht und ssind in diesem Jahr bereits stark gefallen. Zuletzt folgte der US-amerikanische Tech-Sektor mit einem spürbaren Anstieg der Volatilität. Das Ende der Rally bei hoch kapitalisierten Technologiewerten wird damit immer wahrscheinlicher. Auch darüber hinaus sieht der Feri-Experte Gefahrenpotenzial. "Die aktuellen Entwicklungen von der US-Zinsfront sind ein ernstzunehmender Risikofaktor", warnt er. 

Verlustrisiko am Aktienmarkt steigt generell
Auf den globalen Finanzmärkten geben die USA den Ton an – und der wird allmählich schärfer. "Die Gemengelage aus einem spätzyklischen Makrobild und einer restriktiveren Geldpolitik legen den Schluss nahe, dass die USA mittelfristig auf einen klassischen zinsinduzierten Abschwung zusteuern", so Baitinger. Der dürfte sich ab kommendem Jahr in den Zahlen widerspiegeln und könnte auch auf andere Märkte übergreifen. Weil die Aktienmärkte solche Entwicklungen üblicherweise mit deutlichem Vorlauf einpreisen, dürfte das Verlustrisiko bald deutlich steigen. (fp)