Während das vergangene Börsenjahr vielen Anlegern ordentliche Kursgewinne bescherte, ist 2022 holprig gestartet. Der Auftakt steht ganz im Zeichen der Inflationssorge und der Notenbankpolitik der US-amerikanischen Fed. Angesichts einer US-Teuerungsrate von zuletzt sieben Prozent erwarten Finanzexperten mittlerweile insgesamt vier Zinsanhebungen im laufenden Jahr. Zudem sprach sich Fed-Chef Jerome Powell für eine schnelle Rückführung der aufgeblähten Zentralbankbilanz aus. "Diese Ankündigungen sorgten für starke Nervosität und Abverkäufe in den vergangenen Wochen", sagt Eduard Baitinger, Leiter Vermögensallokation beim Investmenthaus Feri. 

Der Finanzexperte erinnert daran, dass die massive Liquiditätsausweitung der globalen Notenbanken der entscheidende Auslöser für die Hausse 2021 war. Bleibt die monetäre Unterstützung hingegen aus und wird den Märkten künftig sogar Liquidität entzogen, könnten von der Geldpolitik bislang kaschierte Probleme offen zu Tage treten. "Da die Gewinne der Unternehmen durch höhere Rohstoffkosten und die sich abzeichnende Lohninflation zusätzlich unter Druck geraten, müssen sich Investoren auf ein völlig neues Szenario einstellen", warnt Baitinger. Sein Rat: Wenig profitable oder gar Verluste schreibende, aber sehr hoch bewertete und "gehypte" Unternehmen dürften in diesem Jahr die klaren Verlierer sein. Investoren sollten stattdessen auf Unternehmen mit soliden Bilanzen und starken Gewinnaussichten setzten.  (fp)