Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jüngst mit einem Vorschlag für Aufregung gesorgt: Zentralbanken und Regierungen sollen in Zukunft in Eigenregie Negativzinsen erheben können, wenn ihnen danach ist – auch auf Bargeld. Feri-Gründer Heinz-Werner Rapp bescheinigt dem IWF nun eine "abstruse Logik".

Vordergründig zielt der Vorschlag darauf ab, den globalen Notenbanken im Fall eines erneuten wirtschaftlichen Abschwungs mehr Spielraum für geldpolitische Stimuli zu verschaffen, erklärt er. Letztlich handelt es sich aber nur um die Fortsetzung der bisherigen Quantitative-Easing-Politik mit anderen, fragwürdigen Mitteln.

Der IWF tritt mit seinem Vorschlag die Eigentumsrechte von Sparern und Vermögensinhabern mit Füßen und macht sich zum Vollstrecker einer Politik der finanziellen Repression, kritisiert Rapp. "Nach den bisherigen Erfahrungen mit Null- und Negativzinsen würden Vermögensinhaber damit noch mehr benachteiligt und partiell enteignet", sagt er. "Nachdem der IWF schon 2013 eine generelle Zwangsabgabe auf Vermögen befürwortet hat, gibt er nun abermals ein sehr zweifelhaftes Bild ab."

Vermögensdiebe am Werk
Eigentlich soll der IWF die Stabilität des globalen Finanzsystems sicherstellen – doch das scheint einigen seiner Angestellten zunehmend langweilig zu sein. Stattdessen entwickeln sie ständig neue paradoxe Ideen zur Zerrüttung von Vermögen und Geldwerten, sagt der Feri-Experte. "Vermögensbesitzer und Sparer sollen nun die Zeche zahlen für eine langjährig fehlgeleitete Geld- und Fiskalpolitik, für die der IWF oft sogar mit verantwortlich ist." Rapp rät Vermögensbesitzern angesichts solcher Entwicklungen dazu, sich stärker auf Konzepte zum individuellen Vermögensschutz zu konzentrieren. (fp)