Im vergangenen Jahr hat die US-Notenbank die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten dreimal gesenkt, nun hält sie erst einmal still. Auf seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch (29. Januar) beschloss der geldpolitische Ausschuss der Fed, den Zins vorläufig zwischen 1,5 und 1,75 Prozent zu belassen. Überraschend kam diese Entscheidung nicht: Im Dezember hatte Fed-Chef Jerome Powell bereits signalisiert, dass die Notenbank bei anhaltend guten Aussichten für die US-Wirtschaft im Jahr 2020 nicht an den Zinsen schrauben wird.

Zwar erklärte Powell am Mittwoch laut "Neuer Zürcher Zeitung" (NZZ), das Coronavirus sei ein neuer Unsicherheitsfaktor. Man könne aber noch nicht sagen, ob und inwiefern der Virusstamm die Weltwirtschaft bedroht. Die Zentralbank bleibt also zunächst bei ihrer abwartenden Haltung.

Herbststurm am Geldmarkt ist aufgearbeitet
Eine Veränderung gab es doch: Die Fed justierte beim Zins auf Überschussreserven (Interest Rate on Excess Reserves, IOER) nach. Der Satz stieg von 1,55 auf 1,6 Prozent. Die Währungshüter wollen damit erreichen, dass sich der Leitzins in der Mitte des Korridors bewegt. Zuletzt lag er eher im unteren Bereich.

Im vergangenen September hatte es am Geldmarkt kurzzeitig Turbulenzen gegeben. Auch dazu äußerte sich Powell: Er erklärte, dass die Fed die Stabilität am Geldmarkt wiederhergestellt und ihr Verständnis der Ereignisse vertieft habe. Dazu, ob die Turbulenzen regulatorische Folgen für die Liquiditätshaltung der US-Banken haben werden, will die Fed erst später etwas sagen. (fp)