Die Aktien der größten US-Banken sind in dieser Woche nach einem schnellen und heftigen Ausverkauf in eine technische Korrektur gerutscht. Steigende Ölpreise verstärken die Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen weiter anheben wird.

Der KBW-Bankenindex, ein Barometer für die größten Banken und Finanzunternehmen der Wall Street, war bis Mittwoch (23.9.) um mehr als zehn Prozent gegenüber seinem August-Hoch gefallen und gab am Donnerstag (24.9.) weiter nach. Regions Financial Corporation und Huntington Bancshares führten die Verluste im Index an. Beide Aktien verloren in diesem Zeitraum mehr als 14 Prozent.

Zinserhöhungen belasten die Banken
Die Stimmung gegenüber dem Sektor verändert sich, da die Fed zur Eindämmung der Inflation wieder zu Zinserhöhungen übergeht. Das ist für Banken typischerweise negativ, weil es ihre Refinanzierungskosten erhöht, die Nachfrage nach neuen Krediten verringert und die Risiken in der Wirtschaft steigert.

"Banken hatten sich über weite Teile des Jahres 2026 gut entwickelt, angesichts eines starken Gewinnwachstums, eines robusten Handelsgeschäfts und einer günstigen Kreditentwicklung", sagte "Bloomberg Intelligence"-Analyst Herman Chan. Zudem hätten Banken davon profitiert, dass Anleger dort Zuflucht suchten, wenn sie sich von Technologieaktien ab- und niedriger bewerteten Titeln zuwandten, sagte Chan. Doch "das scheint sich jetzt umzukehren".

Auf Finanzwerte ausgerichtete börsengehandelte Fonds verzeichneten in diesem Quartal bislang Nettoabflüsse von 2,1 Milliarden Dollar, wie von "Bloomberg" zusammengestellte Daten zeigen. Das ist der größte Abfluss unter allen Sektoren des S&P 500.

Vorsichtige Töne von Bankchefs
Der Ausverkauf bei Bankaktien gewann nach der "Barclays Global Financial Services Conference" in der vergangenen Woche an Dynamik. Bei dem viel beachteten Treffen von Bankmanagern äußerten sich mehrere Schwergewichte vorsichtig. Bank-of-America-Chef Brian Moynihan sagte, das Verkaufs- und Handelsgeschäft sei im Vergleich zum dritten Quartal des vergangenen Jahres "relativ unverändert" gewesen. Goldman-Sachs-CEO David Solomon warnte vor höheren Kosten und einem schwächeren Handel mit festverzinslichen Wertpapieren.

Anleiherenditen und KI-Sorgen drücken die Stimmung
Die Märkte preisen zunehmend ein, dass auf die Zinserhöhung der Fed in der vergangenen Woche weitere Anhebungen folgen werden. Das hat die Anleiherenditen kräftig steigen lassen. Finanzwerte haben zudem mit Sorgen über Verwerfungen durch künstliche Intelligenz zu kämpfen, die zusätzlich auf die Stimmung drücken.

"Es gab einige Faktoren, die die Kursentwicklung der Banken gedämpft haben", so Chan. (mb/Bloomberg)