Fed-Protokoll zeigt: Viele Notenbanker gegen Zinssenkung im Dezember
Innerhalb der Federal Reserve wächst die Unsicherheit. Viele Mitglieder des Offenmarktausschusses tendieren dazu, die Zinsen stabil zu halten – doch einige liebäugeln weiterhin mit einer weiteren Senkung im Dezember.
Zahlreiche Notenbanker der Federal Reserve haben sich bei ihrer letzten Sitzung dafür ausgesprochen, die Leitzinsen für den Rest des Jahres unverändert zu lassen. Das geht aus dem Protokoll der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses vom 28. und 29. Oktober hervor.
“Viele Teilnehmer deuteten an, dass es unter ihren wirtschaftlichen Prognosen wahrscheinlich angemessen wäre, die Zielspanne für den Rest des Jahres unverändert zu lassen”, hieß es in dem am Mittwoch (19.11.) in Washington veröffentlichten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank.
Einige halten Zinssenkung im Dezember für möglich
Gleichzeitig äußerten "einige Teilnehmer", eine weitere Zinssenkung "könnte im Dezember durchaus angebracht sein, falls sich die Wirtschaft etwa so entwickelt, wie sie es erwarteten". In der spezifischen Rangordnung der sogenannten Zählbegriffe, die in den Protokollen der Fed verwendet werden, steht "viele" unterhalb von "die meisten" oder "die Mehrheit". Damit gehörten die "vielen", die sich im Oktober gegen eine weitere Senkung im Dezember aussprachen, weiterhin zur Minderheit.
Das Protokoll unterstreicht die Unsicherheit über die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im kommenden Monat – angesichts der anhaltenden Uneinigkeit im Ausschuss darüber, ob die Inflation oder die Arbeitslosigkeit die größere Gefahr für die US-Wirtschaft darstellt.
Abweichende Stimmen bei Oktober-Zinssenkung
Eine Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder votierte in der Sitzung Ende Oktober für eine Zinssenkung um ein Viertelprozentpunkt – die zweite in Folge. Zwei Mitglieder waren dagegen. Gouverneur Stephen Miran, der kürzlich von US-Präsident Donald Trump ernannt wurde, stimmte für eine Senkung um einen halben Prozentpunkt. Der Präsident der Kansas City Fed, Jeff Schmid, wollte die Zinsen indessen unverändert lassen.
Arbeitsmarktbericht wegen Shutdown verschoben
Am Mittwoch (19.11.) hat die US-Regierung die Veröffentlichung des Beschäftigungsberichts für Oktober abgesagt, da während des Government Shutdowns einige Daten nicht erhoben werden konnten. Der Bericht für November soll nun am 16. Dezember erscheinen – also nach der letzten Sitzung der Federal Reserve in diesem Jahr.
"Die Chancen auf eine Zinssenkung im Dezember schwinden", betont Thomas Altmann, Leiter des Portfoliomanagements beim Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners. Nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls werde ein Dezember-Schritt jetzt nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 27 Prozent eingepreist. "Vor der Veröffentlichung lag die Wahrscheinlichkeit noch bei 47 Prozent", so Altmann.
Sorgen über Bewertungen an den Finanzmärkten
Mit Blick auf Risiken für die Finanzstabilität äußerten einige FOMC-Mitglieder Bedenken über "gedehnte Bewertungen von Vermögenswerten an den Finanzmärkten". Mehrere von ihnen wiesen laut Protokoll auf "die Möglichkeit eines ungeordneten Einbruchs der Aktienkurse hin, insbesondere im Falle einer abrupten Neubewertung der Perspektiven von KI-bezogener Technologie". (mb/Bloomberg)















