Chinas Immobiliensektor kommt nicht zur Ruhe. Nach den Turbulenzen rund um Evergrande läuten nun bei der Nummer 25 am chinesischen Markt, der Kaisa Gruppe, die Alarmglocken: Der Konzern bittet seine Gläubiger um einen Zinsaufschub, berichtet das "Handelsblatt". Um Geld für die ausstehenden Zahlungen aufzutreiben, will Kaisa eigenen Angaben zufolge die Veräußerung von Vermögenswerten in Schanghai und Shenzhen beschleunigen. Der Handel der Kasia-Aktien und der Anteilscheine dreier Töchter des Konzerns wurde bereits am vergangenen Freitag an der Börse Hongkong ausgesetzt. 

Angesichts der erneuten Schieflage am chinesischen Immobiliensektor fürchtet man sich im Westen zunehmend vor einem Dominoeffekt. Die US-Notenbank Fed findet klare Worte und warnt davor, dass die Krise in Fernost mittelbar auch auf die USA übergreifen könnte. "In Anbetracht der Größe der chinesischen Wirtschaft und des chinesischen Finanzsystems sowie der umfangreichen Handelsverflechtungen mit dem Rest der Welt könnten finanzielle Spannungen in China die globalen Finanzmärkte durch eine Verschlechterung des Risikobewusstseins belasten, Risiken für das globale Wirtschaftswachstum bergen und die Vereinigten Staaten beeinträchtigen", zitiert das "Handelsblatt" aus dem halbjährlichen Stabilitätsbericht der Fed. 

Weitere Zahlungsausfälle in Sicht
Zur Wochenmitte rückt auch der nach wie vor angeschlagene Immobilienkonzern Evergrande wieder in den Investorenfokus. Zwar konnte das Unternehmen zuletzt seinen Zahlungsverpflichtungen innerhalb der gesetzten Nachfristen nachkommen. Doch an diesem Mittwoch (10. November) endet eine weitere 30-tägige Nachfrist für drei Kuponzahlungen im Gesamtwert von 148,1 Millionen US-Dollar. Der Schuldenberg von Chinas Nummer zwei beläuft sich auf mehr als 300 Milliarden Dollar – und ist damit einer der höchsten weltweit.  (fp)