Papst Franziskus hat einen veritablen Finanzskandal im Vatikan eingestanden. "Sie haben Sachen gemacht, die nicht sauber erscheinen", sagte der Pontifex in einer Pressekonferenz auf dem Rückflug von seiner Asienreise. Es habe eindeutige Fälle von Korruption gegeben.

Dennoch äußerte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche zufrieden darüber, dass die eigene Finanzaufsichtsbehörde AIF diesen Fall selbst aufgedeckt habe, anders als bei anderen Skandalen zuvor. Die Ermittlungen erstrecken sich derzeit auf fünf Mitarbeiter der Kurie, darunter Tommaso Di Ruzza, den Staatssekretär und Direktor der Vatikan-Finanzaufsicht AIF. Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Verdächtigen Millionen an Kirchengelder in eine Londoner Luxusimmobilie investiert haben sollen – deren Wert aber im Zuge des Brexit massiv absackte.

Der Vatikan finanziert sich vor allem über Einnahmen aus Museen, Briefmarken und Spenden – etwa durch den sogenannten Peterspfennig. Dabei handelt es sich um Geld, das Kirchen weltweit jedes Jahr von Gläubigent einsammeln und das eigentlich für die Armenhilfe des Papstes gedacht ist.Einem internen Wirtschaftsprüfer fielen Ungereimtheiten beim Peterspfennig auf, woraufhin er den Papst informierte. Kommenden Monat sollen die Verdächtigen nun angehört werden. Papst Franziskus hat bereits entschieden, die Amtszeit des vatikanischen Finanzaufsehers René Brülhart nicht zu verlängern. Er will in den kommenden Tagen einen Nachfolger ernennen.

Erneuter Rufschaden
Der Stadtstaat hat nicht zum ersten Mal mit einem Finanzskandal zu tun. Die Vatikanbank hatte bereits in der Vergangenheit einen Ruf als Versteck für Steuerhinterzieher. Anfang kommenden Jahres muss sich der Vatikan nun vor der europäischen Überwachungsorganisation Moneyval erklären. (fp/ps)