Angesichts des Iran-Kriegs und seiner Auswirkungen in der Region ist der Ölpreis am Montag (9.3.) auf nahezu 120 US-Dollar je Barrel gestiegen. Weitere große Ölproduzenten im Nahen Osten haben ihre Förderung gedrosselt.

Brent verteuerte sich zeitweise um 29 Prozent auf 119,50 Dollar je Barrel – einen solchen Sprung gab es bei Nordsee-Öl in keiner Handelssitzung seit April 2020 mehr. Die Notierung der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 31 Prozent.

Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben infolge der Schließung der Straße von Hormus und rasch gefüllter Lager ihre Förderung reduziert. Der Irak hat in der vergangenen Woche damit begonnen, Förderanlagen stillzulegen.

Trump: "Sehr kleiner Preis" für Frieden
US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, kurzfristige Bewegungen am Markt seien ein "sehr kleiner Preis, den die USA, die Welt und der Frieden zahlen". Die Preise würden rasch fallen, "wenn die Zerstörung der iranischen nuklearen Bedrohung beendet ist".

"Wir haben eine schnelle Verschiebung erlebt von der hoffnungsvollen Ansicht, dies werde eine kurzlebige Störung sein, hin zur Einschätzung, dass es nun eindeutig länger dauern wird", sagte Warren Patterson, Chef der Rohstoffstrategie bei ING. "Solange wir kein Öl sehen, das durch die Straße von Hormus fließt, werden die Ölpreise nur weiter steigen."

Neue Führung im Iran
Der Iran hat inzwischen den Sohn des verstorbenen Ajatollah Ali Khamenei zu seinem neuen obersten Führer ernannt, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur "Fars" am Sonntag (8.3.) berichtete. Die Revolutionsgarden haben dem neuen Führer Gehorsam zugesichert.

Unterdessen hat das US-Außenministerium amerikanische Mitarbeiter und Diplomaten in Saudi-Arabien unter Hinweis auf Sicherheitsrisiken angewiesen, das Land zu verlassen. (mb/Bloomberg)