Schon vor drei Jahren hat der Social-Media-Gigant Facebook angekündigt, eine eigene digitale Währung entwickeln zu wollen. Seitdem ist – außer großer Worte – nicht viel passiert. Ursprünglich unter dem Projektnamen Libra gestartet, sollte das digitale Geld auf einem großen Währungskorb basieren und zahlreichen Unternehmen außerhalb des sozialen Netzwerkes ermöglichen, damit zu bezahlen. Insgesamt sind bislang mutmaßlich mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Entwicklung der Kunstwährung geflossen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Von einer Zulassung ist das digitale Geld trotzdem noch weit entfernt. 

Weil es von Seiten der EU-Kommission und des amerikanischen Senats Kritik hagelte, hat sich Libra zwecks Neustart vergangenes Jahr zu Diem umbenannt.  Auch vom Plan, auf einen ganzen Währungskorb zu setzen, hat man sich verabschiedet, berichtet die FAZ. Stattdessen will Libra alias Diem auf einzelne nationale Währungen setzen. Bisher allerdings lediglich in der Theorie: Praktisch hat Diem bei der Europäischen Union noch keinen Antrag auf Zulassung gestellt. Und auch der Kontakt zur deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin ist eingeschlafen. 

Bürokratie-Dschungel EU 
Ohne Zulassung wird es wohl auch in diesem Jahr nichts mit dem geplanten Start am Markt. Allerdings ist Diem damit nicht allein. Bislang hat keine Digitalwährung, die auf einem festen Währungskorb basiert (sogenannte Stablecoins) eine Zulassung bei der EU beantragt. Der FDP-Bundesabgeordnete Frank Schäffler kritisiert deshalb die europäischen Regeln als "viel zu bürokratisch", berichtet die FAZ. (fp)