Für Pablo Hernández de Cos, Gouverneur der Banco de España, ist die Europäische Zentralbank mit ihren Negativzinssatz von derzeit 0,5 Prozent noch nicht an dem Tiefpunkt angelangt, ab dem schädliche Folgen der lockeren Geldpolitik überwiegen würden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Die Befunde legen nahe, dass wir noch nicht diesen Umkehrzins erreicht haben", sagte de Cos am Dienstag  (8. Oktober) im Rahmen einer EZB-Konferenz zur Geldpolitik in Frankfurt. Sollten die Zinsen allerdings für lange Zeit negativ bleiben, könne dies die Wirkung der Geldpolitik auf die Banken beeinträchtigen. Daher sollte die EZB ihre Strategie an diese Herausforderungen anpassen, so der spanische Notenbankchef.

Vor fünf Jahren hatte die EZB ihren Einlagenzins erstmals auf unter null Prozent gesenkt. Seitdem müssen Geldhäuser Strafzinsen berappen, wenn sie bei der Notenbank über Nacht überschüssige Gelder parken. Mit dieser Maßnahme wollen die Währungshüter Banken dazu bewegen, dass sie – statt Geld bei der Notenbank zu horten – mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Damit soll die Konjunktur und die nach Ansicht der EZB zu niedrige Inflation angekurbelt werden. (mb)