Seit Anfang des Jahres steigen die Aktienkurse ebenso wie die Anleihekurse. Das ist eher ungewöhnlich, denn in Anbetracht der drohenden Konjunkturabkühlung dürften Anleger eher auf Staatsanleihen setzen. Allerdings hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zum Jahreswechsel angekündigt, wieder auf einen Lockerungskurs umzusteigen. "Die wachsende Angst vor einem nachhaltigen Konjunkturabschwung oder gar einer Rezession konnte deshalb bis jetzt keinen Schaden anrichten", erklärt Ernst Konrad, Geschäftsführer des Münchner Vermögensverwalters Eyb & Wallwitz.

Die aktuellen Wirtschaftsentwicklungen sprächen für einen Konjunkturabschwung, meint Konrad. Vor allem die Auswirkungen des ungelösten Handelskonfliktes zwischen den USA und China seien schwer vorhersehbar und sorgten für Unsicherheit unter Anlegern. In solch einem Marktumfeld haussieren in der Regel Staatsanleihen. Gleichzeitig geht es derzeit aber auch für Aktien aufwärts, was laut Konrad "gegen einen erneuten konjunkturellen Schwächeanfall und gegen rückläufige Unternehmensgewinne" spricht. 

Künftige Entwicklung des Aktienmarkts hängt von Konjunktur ab
Setzt die US-Notenbank die Zinsen herab, so ist es nicht ungewöhnlich, dass die Aktienkurse steigen. Allerdings ist diese Entwicklung nicht unbedingt von Dauer. Ob Aktien einen dauerhaften Aufwärtstrend erleben, hängt stark von der Konjunktur ab. Entwickelt sich die drohende Abkühlung zu einer Rezession, müssen Anleger wieder mit sinkenden Aktienkursen rechnen, warnt der Vermögensverwalter. (fp)