Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) zu den Geschäftserwartungen deutscher Unternehmen sind im November besser ausgefallen als erwartet: Der Index für Dienstleister legte um 1,0 auf 53,4 Punkte zu, prognostiziert wurden lediglich 51,5 Punkte. Der Industrie-Index fiel zwar leicht auf 57,6 Punkte, ausgegangen waren die Marktbeobachter jedoch von 56,9. "Bei den Dienstleistern haben die Sorgen vor Maßnahmen der Politik zur Eindämmung der vierten Covid-Welle die Stimmung der Unternehmen kaum belastet", stellt Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, fest. 

"In den kommenden Monaten dürfte sich dieses sektorale Bild allerdings etwas drehen", warnt der Experte. Es zeichnen sich erneute Covid-Restriktionen ab, die den Dienstleistungssektor deutlich bremsen werden. Die Industrie habe weiterhin mit Materialknappheit und hohen Rohstoffpreisen zu kämpfen. "Trotz der positiven Entwicklung der PMI-Indizes wird die Wirtschaft in Deutschland im vierten Quartal wohl kaum mehr als stagnieren", folgert der Ökonom. Einen ausgeprägten BIP-Rückgang erwartet Mayr aber nicht. 

Konjunktur für Anleger nebensächlich
An den Finanzmärkten ist die Konjunkturdynamik indes ein Randthema. Der Anlegerfokus ist auf die Inflation und die Reaktionen der Notenbanken gerichtet. "Die größten Risiken für die Marktentwicklung sind in den kommenden Monaten also weniger in den Geschäftsbüchern der Unternehmen zu suchen als in der möglichen Reaktion der Geldpolitiker in der Frankfurter EZB-Zentrale", sagt Mayr. (fp)