2019 ist das Jahr der Edelmetalle. Nicht nur Gold, auch Palladium ist bei Investoren begehrt wie nie. Mit einem Preis von 1.730 US-Dollar pro Unze (rund 31 Gramm) markierte das Metall jüngst ein neues Allzeithoch. Seit Januar hat Palladium um 38 Prozent an Wert gewonnen. Nun warnen Experten: Die eindrucksvolle Entwicklung lässt sich nicht vollständig durch fundamentale Faktoren erklären. "Es gibt unseres Erachtens derzeit keine zwingenden Gründe, den Preis immer weiter nach oben zu treiben", zitiert das "Handelsblatt" die Edelmetall-Analysten der Commerzbank.

Ihrer Meinung nach stehen vor allem spekulative Finanzinvestoren hinter der Rally. Für umsichtige Anleger sollte das ein Warnzeichen sein, schreibt die Zeitung. Schließlich würden spekulative Übertreibungen an den Terminmärkten häufig einer Korrektur voraus gehen. Auch die Commerzbank-Analysten warnen vor dem Platzen einer Blase. Sie rechnen bis zum Jahr 2020 mit einem Preisrückgang auf 1.400 US-Dollar pro Unze.

Die Hauptverantlichen sind in der Automobilindustrie zu finden, wo das Edelmetall in Katalysatoren eingesetzt wird. Rund 85 Prozent der jährlichen Nachfrage gehen auf das Konto der Kraftfahrzeughersteller. "Obwohl die Absatzzahlen in den USA stagnieren und in China sogar rückläufig sind, tut dies der Palladiumnachfrage keinen Abbruch, weil strengere Abgasvorschriften in China und Europa diesen Effekt mehr als kompensieren", berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Doch auf längere Sicht könnte die sinkende Nachfrage nach konventionellen Autos mit Verbrennungsmotoren den Palladiumpreis heftig nach unten drücken.

Rally läuft heiß
Extreme Rücksetzer sind bei Palladium ohnehin keine Seltenheit. In diesem Jahr ist der Preis je Unze bereits zweimal in kürzester Zeit eingebrochen. Im März fiel er innerhalb weniger Tage von 1.600 auf 1.350 US-Dollar, berichtet das "Handelsblatt". Dann zog der Preis wieder an, um zwischen Juli und August erneut von 1.600 auf 1.400 US-Dollar abzusacken.

Wie heiß Palladium gelaufen ist, zeigt auch der Blick auf den Goldpreis. Normalerweise ist Palladium nur selten teurer als Gold. Mittlerweile aber liegt der Preis satte 250 US-Dollar darüber. (fp)