Der hoch verschuldete Immobilienkonzern Evergrande steckt in noch größeren Schwierigkeiten als bisher bekannt. Das berichten verschiedene Medien, darunter der Fernsehsender "N-TV". Denn nun hat auch Evergrande Property Services, eine Tochter des chinesischen Konzernriesen, ein milliardenschweres Problem: Bankguthaben von 13,4 Milliarden Yuan (1,9 Mrd. Euro) seien als Sicherheit für Garantien verpfändet worden, so N-TV unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens, das Immobilienverwaltungsdienstleistungen anbietet. Das sei bei der Erstellung des Konzernberichts entdeckt worden. Die betreffenden Banken froren nun das benötigte Geld. ein. Als Folge war der Handel mit Aktien von Evergrande und seinen Töchtern in Hongkong am Montag (21.3.) überraschend ausgesetzt worden. 

Evergrande Property Services galt lange als "Cashcow" des Konzerns. Die ebenfalls börsennotierte Sparte wurde zuletzt höher bewertet als ihr Mutterkonzern. Evergrande, das mit rund 300 Milliarden US-Dollar (272 Mrd. Euro) verschuldet ist, hatte angesichts seiner Geldnot versucht, die Mehrheit an der Tochter zu verkaufen. Die Gespräche mit dem Interessenten Hopson Development scheiterten aber im Oktober. Hinzu kommt, dass Evergrande, seine Gebäudedienstleistungssparte und die ebenfalls an der Börse gelistete E-Auto-Tochter Evergrande New Energy Vehicle Group ihre Jahresabschlüsse nach eigener Einschätzung nicht wie vorgesehen bis Ende März vorlegen.

Umbauplan vorgelegt
Evergrande gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Die Krise der Gesellschaft, die in der Vergangenheit eine aggressiven Geschäfts- und auch Aufkaufpolitik betrieb, beruht auch auf Maßnahmen aus Peking: Weil die chinesische Regierung im August vergangenen Jahres strengere Regeln für die Verschuldung von Immobilienkonzernen erlasse hatte, haben Unternehmen, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, nun noch größere Probleme, sich frisches Kapital zu beschaffen. Im Januar kündigte der Konzern einen Plan zur Restrukturierung an. Das Unternehmen muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht bezahlen zu können. (jb)