Der europäische ETF-Markt hat ein weiteres Rekordjahr im Visier: Die Nettomittelzuflüsse belaufen sich im Jahr 2021 bisher auf über 115 Milliarden Euro (gegenüber 100 Milliarden Euro im gesamten Jahr 2020), berichtet Legal & General Investment Management (LGIM). Auf Aktien-ETFs entfielen drei Viertel der gesamten Nettomittelflüsse, und im Bereich der thematischen ETFs zeichnet sich mit Zuflüssen von bereits mehr als zehn Milliarden Euro ein weiteres Rekordjahr ab.

Der Markt für thematische ETFs hat sich von 13,5 Milliarden Euro Ende des ersten Halbjahres 2020 auf über 38,5 Milliarden Ende August dieses Jahres fast verdreifacht. Im selben Zeitraum hat er sich auch weiterentwickelt: Viele Anleger wählen ein globales thematisches Engagement als Teil eines neuen Ansatzes für die Vermögensallokation und entfernen sich vom traditionellen, regional ausgerichteten Ansatz. "Wir haben auch beobachtet, dass thematische ETFs von immer mehr Kundenkanälen angenommen werden, darunter Pensionsfonds und andere Institutionen in Europa", sagt Cosmo Elms, Leiter des ETF-Geschäfts bei LGIM.

Auch die Berücksichtigung von ESG-Auswirkungen wird für Anleger in Europa, die in langfristige Themen investieren, immer wichtiger. In diesem Jahr sind bisher über 60 Prozent der Nettomittelzuflüsse in thematische ETFs geflossen, die nach Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert wurden. Die Anleger suchen zunehmend nach Anlagestrategien, die ein Engagement in Unternehmen bieten, die das Wachstum hin zu einer saubereren und grüneren Wirtschaft weltweit vorantreiben, sowie in Unternehmen, die einen positiven für die Gesellschaft leisten, etwa indem sie Ungleichheiten in den Gesundheitssystemen weltweit verringern, so LGIM. (kb)