Die Europäische Kommission muss ihre Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr deutlich senken. 2023 soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU nur um 1,5 Prozent wachsen, im Euroraum um 1,4 Prozent. Im Mai hatte die Kommission für 2023 sowohl für die EU als auch für den Euroraum noch einen Zuwachs von 2,3 Prozent prognostiziert.

Etwas besser sehen die Zahlen für heuer aus. Im laufenden Jahr soll die Wirtschaft EU-weit um 2,7 Prozent wachsen, im Euroraum um 2,6 Prozent. Hier hat sich im Vergleich zum Mai nur die Prognose für die Eurozone minimal nach unten verändert. Vor zwei Monaten war die Kommission für beide Wirtschaftsräume von plus 2,7 Prozent ausgegangen.

1,5 Prozent Wachstum in Österreich
Österreichs BIP-Zuwachs dürfte laut der am Donnerstag präsentierten EU-Sommerprognose nächstes Jahr um fast 60 Prozent einbrechen: Während heuer die Wirtschaft um 3,7 Prozent wachsen soll, wird 2023 nur noch ein Plus von 1,5 Prozent angenommen. Im Mai standen die Prognose-Zeichen noch auf 3,9 Prozent für 2022 und 1,9 Prozent für 2023. Im Vorjahr war Österreichs Wirtschaft noch um 4,8 Prozent gewachsen.
 

 

Quelle: EU-Kommission


Während die Wirtschaft schrumpft, wird europaweit die jährliche Inflationsrate heuer auf einen historischen Höchststand klettern. Plus 7,6 Prozent soll die Teuerung im Euroraum ausmachen und 8,3 Prozent in der EU. 2023 wird dann ein Rückgang auf immer noch hohe 4,0 beziehungsweise 4,6 Prozent erwartet.

Die Gründe für die hohe Inflation und das geringe Wirtschaftswachstum liegen nicht nur im Krieg in der Ukraine, der zu steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen führt. Hinzu kommen noch eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums und eine negative Dynamik durch das harte Null-Covid-Regime in China. (eml)