Viele Menschen hat zuletzt das Investmentfieber gepackt. Vor allem Börsenneulinge lassen sich von den aktuell kursierenden Trends leicht beeinflussen, investieren etwa verstärkt in neuartige und vielversprechende Technologien. Ihr Ziel: unterbewertete Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen Wachstumspotenzial ausfindig zu machen. "Dass die Innovationen noch nicht ausgereift sind, erschwert allerdings die Bewertung der Aktien dieser Unternehmen", sagt Philip Bold, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter Ethenea. Für Anleger sei es wichtig, die fünf Phasen des Hype-Zyklus zu kennen. 

Ganz zu Beginn steht die eigentliche Innovation, die den Hype am Markt auslöst. "In der zweiten Phase erscheint die Innovation dann als vermeintlicher Durchbruch und wird von den Medien aufgegriffen. Dadurch rückt der Innovator in den breiten öffentlichen Fokus", erklärt Bold. Der Aktienkurs beginnt zu steigen, Analysten überschlagen sich mit verheißungsvollen Marktausblicken. Der Kursanstieg lockt immer neue Marktakteure an, was über kurz oder lang dazu führt, dass sich der Marktwert zunehmend von der fundamentalen Realität entkoppelt. Diesen Vorgang bezeichnet Bold als Erwartungsinflation. 

Auf die Party folgt der Kater
"In Phase drei wird deutlich, dass es bis zur Massentauglichkeit der Innovation noch ein weiter Weg ist", sagt der Experte. Die Anleger werden desillusioniert, sie sehen ihre hohen Erwartungen zunichte gemacht. Alle jene Akteure, die in Phase zwei noch fleißig gekauft haben, sorgen jetzt für die Abwärtsdynamik. Das Interesse am Unternehmen lässt nach – und zwar so lange, bis ihm in Phase vier die Kommerzialisierung seiner Idee gelingt. Sie bringt einen neuerlichen Aufschwung mit sich. Der Hype-Zyklus endet schließlich in Phase fünf mit der Massenadoption. "Die ursprüngliche Innovation wird als marktreifer Anwendungsstandard angenommen", sagt Bold.

Laut dem Experten gibt es drei Strategien, um sich in diesen Phasen zu positionieren: erstens das Glücksspiel. Wer zeitnah von einer Innovation erfährt, kann sich direkt in Phase eins einschalten und vom ersten Kurssprung profitieren. All die Unsicherheiten, die damit einhergehen, machen dieses Vorgehen jedoch hoch spekulativ. Die zweite Strategie nutzt die Irrationalität in Phase zwei aus. Auch hier könnte man auf den Zug aufspringen, muss aber darauf achten, rechtzeitig wieder auszusteigen. Die vielversprechendste Strategie ist Bolds Ansicht nach jedoch, in Phase drei einzusteigen und eine langfristige Position einzugehen. (fp)