Mit Blick auf die unruhige politische Lage und die durchwachsene wirtschaftliche Entwicklung weltweit appellieren Vermögensverwalter an Investoren, gelassen zu bleiben: "In der Summe lässt sich konstatieren, dass die Vermutung einer globalen wirtschaftlichen Schwächephase korrekt zu sein scheint, ohne gleich das Schreckgespenst einer globalen Rezession an die Wand zu malen", sagt Guido Barthels, Senior Portfolio Manager bei Ethenea. 

Er geht davon aus, dass die Kapitalmärkte in Zukunft weiterhin Erholungsphasen wie den Januar durchliefen, aber mindestens genauso häufig schwierige Perioden, in denen Risikomärkte abgestraft würden. "Letztlich wird wahrscheinlich wenig mehr passieren als viel Volatilität und Lärm", sagt Barthels. "In den kommenden Monaten ist daher eine ruhige Hand gefordert."

Börsen von Politik bislang unbeeindruckt 
Zum Jahresauftakt waren die Kapitalmärkte ruhiger geblieben, als erwartet. Das Chaos um den Brexit, die drohenden Neuwahlen in Italien und die Gelbwesten-Proteste, so Barthels, sei im Januar mehr oder minder spurlos an den Märkten vorbeigegangen. Zwischenzeitliche Verluste im Februar konnten die großen Indizes wieder ausgleichen. "Die Aktienmärkte haben sich von ihren Tiefständen im Dezember erholt, die Rezessionsangst an den Zinsmärkten scheint erstmal zu pausieren", sagt Barthels. Tatsache sei allerdings auch, dass die Federal Reserve eine Wachstumsschwäche erkennen konnte. Allein der bisher längste Government Shutdown der US-Geschichte hätte nach Schätzung verschiedener Quellen bis zu einem Prozent Wirtschaftswachstum gekostet. (fp)