Ende 2018 hatten die Märkte noch eine globale Rezession eingepreist. Es kam anders. Das Jahr 2019 wurde kein Desaster, sondern ganz im Gegenteil eines der besten Börsenjahre aller Zeiten. Geschichte wiederholt sich: Wieder gibt es Stimmen, die vor einer Rezession warnen. Und dennoch dürfte auch 2020 ein gutes Jahr für Aktienanleger werden, sagen die Portfoliomanager von Ethenea. 

Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird voraussichtlich nicht eskalieren, sondern in ein Handelsabkommen münden, argumentiert Ethenea-Experte Michael Blümke. Damit würden Unternehmen mehr Planungssicherheit bekommen. "Das sollte die Abwärtsspirale aus zurückgehaltenen Investitionen, weniger Wachstum, weniger Gewinn und schlussendlich Entlassungen von Arbeitnehmern unterbrechen", sagt Blümke. Zählt man die anhaltende Unterstützung durch die Notenbanken dazu, ergibt sich ein Umfeld, in dem die Wirtschaft prosperieren kann.

Ein kritischer Faktor bleibt
Die Kapitalmärkte haben bereits begonnen, das positivere Umfeld einzupreisen. Der Ifo-Index ist zuletzt zweimal in Folge gestiegen. Ein dreimaliger Anstieg in Folge geht oft mit steigenden Börsen einher. Auch andere Konjunkturindikatoren haben sich verbessert. "Das sind erste klare Anzeichen für einen anstehenden Aufschwung", sagt Ethenea-Portfoliomanager Harald Berres. Hat der Trend erst gedreht, dürfte sich die aktuelle Lücke zwischen fundamentalen Wachstumszahlen und den Aktienbewertungen schließen. "Folglich erwarten wir weiteres Aufwärtspotenzial an den Börsen", sagt Berres.

Ein Risikofaktor bleibt die Inflation. Steigt sie stärker als erwartet, befinden sich die Notenbanken, vor allem die Europäische Zentralbank, in einer Zwickmühle aus Inflationsbekämpfung und hoher Staatsverschuldung. "Obwohl wir diese Entwicklung nicht erwarten, gilt es dennoch, die künftigen Inflationsdaten genauestens zu beobachten", mahnt Ethenea-Mann Blümke. (fp)