Seit Jahresbeginn befindet sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe im Sinkflug. Im August erreichte sie ihren Tiefpunkt bei minus 0,73 Prozent. Mit anderen Worten: Anleger leihen dem Staat Geld, erhalten in der Zwischenzeit keinerlei Zinszahlungen und bekommen in zehn Jahren weniger zurück, als sie investiert haben – ein kurioses Geschäft, auf das sich dennoch einige Investoren einlassen. Eine Besserung ist nicht in Sicht. "Im Zentrum der Abwärtsspirale steht immer die verhängnisvolle Kombination aus fehlendem Wachstum und hoher Verschuldung", erklärt Ethenea-Anlageprofi Christian Schmitt. Diese Treiber seien weiterhin intakt.

Doch es gibt auch Lichtblicke. "Kapital denkt und bewegt sich global", sagt Schmitt. So ergeben sich für Investoren immer wieder Chancen und Möglichkeiten, um aus der lokalen Perspektive heraus die erwartete Rendite durch ein intelligent gebautes, globales Portfolio zu steigern. So konnten Anleger etwa von Sommer 2013 bis Frühjahr 2016 ihre Anleiherenditen signifikant steigern, indem sie deutlich höher rentierende USD-Anleihen kauften und das Währungsrisiko eliminierten.

Die Suche wird schwieriger
Mittlerweile hat sich die Jagd der Renditen aber auch in den US-Papieren niedergeschlagen. So fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen jüngst in die Nähe ihres bisherigen Allzeittiefs, nämlich von 3,25 Prozent im November 2018 auf 1,44 Prozent im August 2019. "Anleger werden sich für attraktive Kapitalerträge künftig verstärkt anstrengen müssen", folgert Schmitt. (fp)