Nach Monaten des Zittern und Bangens ist die Euphorie an die Kapitalmärkte zurück gekehrt. Seit September sind die Aktienkurse stark gestiegen und mit ihnen die Hoffnung auf eine Jahresendrally. Ob der Aufschwung abder so lange Bestand haben wird, hält Harald Berres, Anlagestratege bei Ethenea, für fraglich. "Da zu viel eingepreister Optimismus bekanntlich schädlich ist, dürfte die Luft für eine Weiterführung dieser Hausse in dem jetzigen Tempo dünner werden", sagt er.

Der Anlageprofi rechnet eher mit einer Nikolausrally als mit einer Jahresendrally. Denn zum Jahresende würden die Aktienmärkte bereits eine Konsolidierung benötigen, sonst fürchtet Berres eine Überhitzung. "Dies würde dann wiederum eine unangenehme Korrektur im Januar zur Folge haben", sagt der Experte.

Schwache Umsätze am Jahresende
Der Mythos um die Jahresendrally stammt von der Erholung der Aktienmärkte nach schwerwiegenden Ereignissen, wie dem Schwarzen Montag von 1987 oder dem 11. September 2001, die sich vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten ereigneten. In den darauffolgenden Monaten November und Dezember, also zum Jahresende hin, konnten sich die Aktienmärkte von den Rückschlägen meist wieder erholen.

"Bei genauerem Hinschauen fällt allerdings auf, dass es sich bei diesem Phänomen eher um eine Dezember- als um eine Jahresendrally handelt", sagt Berres. Zum eigentlichen Jahresende, also zwischen Weihnachten und Neujahr, seien die Umsätze aufgrund der Urlaubssaison meist zu schwach, um für spürbare Impulse an den Aktienmärkten zu sorgen. (fp)