Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den USA und Europa treten immer deutlicher zutage. So hat der US-Index S&P 500 ein neues Allzeithoch erreicht, während der Euro Stoxx 50 noch immer rund zehn Prozent von seinem Höchststand entfernt ist, berichtet Ethenea-Chefvolkswirt Yves Longchamp. Zwar lässt sich sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks allmählich eine gewisse Wachstumsmüdigkeit erkennen. "Trotzdem erleben wir in den USA immer noch einen dynamischen Zyklus", so Longchamp.

Die Divergenz dürfte bestehen bleiben, solange der US-Dollar nicht zu stark aufwertet, urteilt der Ethenea-Experte. "In diesem Zusammenhang gehen wir davon aus, dass in US-Dollar denominierte Investitionen attraktiv sind", sagt er. Dabei sollten Anleger allerdings ein Auge auf die Politik von US-Präsident Donald Trump haben. So könnten die Halbzeitwahlen in den Vereinigten Staaten im kommenden November Auswirkungen auf den Greenback haben.

Vorsichtiger Optimismus
Bei Ethenea ist man optimistisch, trotz Risiken wie der Krise in der Türkei. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China bleibt eine Gefahr für die globale Wirtschaft. Bald dürfte es harte Zahlen dazu geben, welche Folgen der Konflikt für das weltweite Wachstum hat. In Europa bleibt Italien ein Risiko für die Wirtschaftsentwicklung. "Vor diesem Hintergrund empfehlen wir eine gezielte Aktienquote, nur eine leicht positive Duration und eine sorgfältige Überwachung des Kreditrisikos", sagt Longchamp. (fp)