Werden die USA und China wirklich ein tragfähiges Handelsabkommen schließen? Die Antwort auf diese Frage wird die Entwicklung der Weltwirtschaft im neuen Jahr maßgeblich prägen, ist Wisdomtree-Experte Chris Gannatti überzeugt. Sollten sich die beiden Nationen nicht auf ein gemeinsames Abkommen einigen können, hält er eine Rezession für wahrscheinlich. Die Anfänge zeichnen sich bereits ab.

Es gibt jedoch auch einige Gründe, die für eine Einigung sprechen, allen voran die Präsidentschaftswahlen in den USA im November 2020. "Obwohl US-Präsident Donald Trump versucht, seine früheren Wahlversprechen wie unter anderem die Senkung des Handelsdefizits umzusetzen, wird er es vermeiden, zu einem so entscheidenden Moment eine wirtschaftliche Rezession herbeizuführen", glaubt Gannatti. Er hält es für wahrscheinlich, dass Trump versuchen wird, ein Abkommen zu schließen – allerdings nicht zu einem allzu frühen Zeitpunkt.

Riskante Strategie
Denn je weiter der US-Präsident einen Kompromiss nach hinten verschiebt, desto eher werden die Wähler ihn als denjenigen in Erinnerung behalten, der die US-Wirtschaft aus der Misere gezogen hat. Diese Strategie ist allerdings riskant. "China verliert langsam die Geduld", sagt Gannatti.

So weigere sich das Land beispielsweise anzuerkennen, dass man bei den Verhandlungen die von Trump sogenannte "Phase Eins" eines Abkommens erreicht habe. Die negativen Konsequenzen einer solch hoch riskanten Vorgehensweise könnten für die Weltwirtschaft katastrophal sein, fürchtet der Experte. "In einem solchen Fall schließen wir eine weiche Landung aus." (fp)