Totgesagte leben länger. Für das Prestigeprojekte des europäischen Flugzeughersteller Airbus gilt das jedoch nicht. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits mehrfach über das Ende des doppelstöckigen Jumbos A380 spekuliert worden war, zieht Airbus nun die Reißleine. Die Produktion des Großraumflugzeugs wird im Jahr 2021 eingestellt, teilte der Konzern mit. Gründe dafür sind mangelndes Interesse und zu wenige Bestellungen. Airbus-Vorstandschef Tom Enders versicherte in einer Aussendung, dass es für das Flugzeug auch nach dem Fertigungsstopp technischen Support geben werde.

Den wohl entscheidenden Impuls für das Aus des erst 2007 im Liniendienst eingeführten Flugzeugtyps gab ausgerechnet der größte A380-Kunde. Denn Emirates hat die Bestellungen für dieses Flugzeug um 39 Exemplare reduziert und wird in den kommenden zwei Jahren "nur" noch 14 Maschinen übernehmen. Die arabische Airline hat stattdessen 30 Maschinen des neuen Fliegertyps A350 bestellt.

Die Airbus-Entscheidung ist für zahlreiche Flugzeugfonds folgenschwer. Zwar können die Auswirkungen im Moment noch nicht exakt bewertet werden. Allerdings dürfte der Wert der bereits verkehrenden Flugzeuge unter der schwachen Nachfrage auf dem Erstmarkt gelitten haben. Inwiefern die Preise für gebrauchte Maschinen auf dem Zweitmarkt steigen, weil ab 2021 keine neuen Maschinen ausgeliefert werden, bleibt abzuwarten. Fest steht aber jetzt schon: Anleger der Initiatoren Dr. Peters, Doric, Hansa Treuhand, Lloyd Fonds und Wealthcap, die zusammen rund 20 A380 finanziert haben, stehen bange Zeiten bevor. (ae)