Es war eine harte Woche für Argentinien und die Türkei. Die Höhe der Kreditausfallversicherungen bei türkischen und argentinischen Staatsanleihen sind zuletzt deutlich gestiegen. Investoren sollten sich darauf einstellen, dass die Krise der beiden Nationen auch auf andere Schwellenregionen überschwappt, sagt Mohamed El-Erian, Wirtschaftsberater der Allianz.

Zuletzt haben sich die Emerging Markets allerdings recht gut entwickelt. Laut JP Morgan EMBI Global Spread Index sind die Risikoaufschläge auf Schwellenländer-Anleihen zuletzt gesunken. Sie liegen derzeit mit 370 Basispunkten deutlich niedriger als noch zu Jahresbeginn (440 Basispunkte). Allerdings beobachtet El-Erian auch, dass die Reformprogramme der einzelnen Regierungen an Dynamik verlieren. "Es ist schwer zu sagen, ob es den aufstrebenden Nationen weiterhin gelingen wird, das Vertrauen der Anleger zu erhalten", sagt der Wirtschaftsexperte.

Zinseuphorie dürfte bald abklingen
Hoffnungsträger für viele Schwellenländer-Investoren ist derzeit die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die obersten Währungshüter verkündeten Anfang 2019, dass sie die Zinsen in den USA in diesem Jahr erstmal nicht weiter anheben werden. El-Erian geht jedoch davon aus, dass die Euphorie über diese Entscheidung bald abklingen wird, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmendaten insbesondere in Europa und China nicht bessern. Schwellenländer-Investoren müssen sich dann auf neue Turbulenzen einstellen. (fp)