In den vergangenen Wochen hat die Angst vor einer globalen Pandemie, ausgelöst durch das chinesische Corona-Virus, die Märkte dominiert. Selbst wenn das hochansteckende Virus unter Kontrolle ist, dürften die Folgen der Epidemie schwerwiegend sein, ist der ökonomische Chefberater der Allianz, Mohamed El-Erian, überzeugt. Wer glaube, dass die Wirtschaft einfach zum alten Status Quo zurückkehren könne, der "unterschätzt den wirtschaftlichen Schock, den wir gerade erleben", sagte El-Erian im Interview mit dem "Handelsblatt".

Die Epidemie dürfte Unternehmen vor Augen führen, dass diese günstigen Lieferketten, bei denen alles "just in time" ankommt und so Lagerkosten weitestgehend entfallen, vielleicht effizient sind, aber zu riskant. Firmen werden zwar weiterhin global produzieren lassen, glaubt der Ökonom, aber sie dürften ihre Abhängigkeit von bestimmten Lieferketten reduzieren. "Der Trend zu weniger Globalisierung wird sich beschleunigen", prognostizierte der Ökonom.

Alternativen sind rar
Wohin sich die Produktion verlagern werde, könne man derzeit noch nicht sagen. Vieles müsse sich laut El-Erian erst noch zeigen. Alternativen zu China sind rar. Die offensichtlichste Lösung – Vietnam – ist bereits voll ausgelastet. Andere Länder wie die Philippinen bauen ihre Infrastruktur gerade erst auf. Bleibt noch der Weg zurück: "Die US-Regierung befasst sich ja schon länger mit der Frage, wie schnell man Produktion zurück ins Land holen kann." (fp)