Die Leitzinsen sollen in den USA bis zum Jahr 2023 nicht steigen. Das machte der Präsident der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, zuletzt deutlich. Finanzministerin Janet Yellen hat sich allerdings nun für einen anderen Kurs ausgesprochen, berichten unter anderem "ntv" und die "WirtschaftsWoche" (WiWo). Powells Amtsvorgängerin hält es angesichts der hohen Staatsausgaben für notwendig, die Zinsen bald anzuheben. 

Yellens Ansicht nach braucht es moderate Zinserhöhungen. "Es kann sein, dass die Zinssätze etwas steigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt, auch wenn die zusätzlichen Ausgaben im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft relativ gering sind", sagte sie gegenüber dem Magazin "Atlantic". Auch Investitionen hält die Ministerin für notwendig, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben kann. Vor einer möglichen Inflation warnt Yellen allerdings nicht, berichtet die WiWo. 

Powell: Debatte ist verfrüht
Powell hatte sich erst Ende April gegen höhere Zinsen ausgesprochen, um eine langfristig niedrige Inflationsrate zu gewährleisten. Er hält die Debatte um steigende Zinsen noch für verfrüht, solange die Arbeitslosigkeit in den USA nicht spürbar zurückgeht. Derzeit pumpt US-Präsident Joe Biden Billionen an US-Dollar in ein Konjunkturprogramm, das der US-Wirtschaft nach der Coronakrise wieder auf die Beine helfen soll. (fp)