Die Aussichten für die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 könnten Chinas Staatschef Xi Jinping dazu verleiten, die wirtschaftlichen Stimuli in China nicht weiter zu verstärken. Sollte sich China in Askese üben, könnte das Wachstum der gesamten Weltwirtschaft darunter leiden, fürchtet Mathilde Lemoine, Chefökonomin bei Edmond de Rothschild (EdRAM).

Ihren Prognosen zufolge dürfte sich das US-Wachstum auf 1,6 Prozent abschwächen, während das chinesische Bruttoinlandsprodukt nur um sechs Prozent wachsen könnte. Zwar hätten China und die USA in ihrem Handelsgesprächen jüngst bedeutende Fortschritte erzielt. Ein Teilhandelsabkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt reicht nach Einschätzung der Expertin voraussichtlich aber nicht, um die Unsicherheit vollständig zu beseitigen.

Positiver Ausblick für die Eurozone
Der Handelskrieg könnte deshalb weiter die Investitionsbereitschaft der Unternehmen belasten. Als Folge der verschobenen Investitionen dürfte auch der Welthandel leiden. Dennoch sieht die Expertin zuversichtlich in die Zukunft. Mit einer Rezession rechnet sie nicht: "Nichtsdestotrotz sollten ein starkes Lohnwachstum und die fiskalische Unterstützung das Ausmaß der Abkühlung des globalen Wachstums, die wir für 2020 erwarten, begrenzen", sagt Lemoine. Das gilt vor allem für die Eurozone, wo sich das Wachstum bei ein Prozent stabilisieren dürfte. (fp)