Die Ergebnisse der Banken für das erste Quartal 2020 liegen vor – und es gibt nur wenige Hinweise auf Qualitätsverschlechterungen der Kreditportfolios. Im Gegenteil: "Offenbar geht die Zahl der notleidenden Kredite in den Portfolios der Peripherieländer-Banken sogar zurück", sagt Julien de Saussure, Fondsmanager für Finanzanleihen bei Edmond de Rothschild Asset Management (EdRAM).

Laut de Saussure zeigen die Berichte für das erste Quartal zudem, dass die Lockdowns anfangs nur geringe Auswirkungen auf die Nettoerlöse der Banken hatten und die Geldhäuser erfolgreich agierten, unter anderem bei Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Aufschlussreich seien auch die Prognosen der irischen Banken und von KBC: Sie erwarten demnach stark reduzierte Nettoerlöse infolge der Corona-Krise, da das Geschäft schwach ist und die Zinsen niedrig bleiben. Trotz zumeist negativer Veränderungen des Kapitals betonen die meisten Banken jedoch, dass sie die gesenkten aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen noch immer übererfüllen, ergänzt der EdRAM-Fondsmanager.

Banken dieses Mal Teil der Lösung
"Wir sind der Ansicht, dass die Banken grundsätzlich und auch dank der willkommenen Hilfe der Zentralbanken, Regierungen und Aufsichtsbehörden ein gewisses Maß an Stabilität zeigen, um diese Krise bewältigen zu können", so Fondsmanager de Saussure. "Tatsächlich sind sie das Werkzeug der Behörden, über das die Kredite in der Realwirtschaft ankommen sollen." Der Experte ist daher überzeugt, dass die Banken anders als in der Finanzkrise 2008 dieses Mal nicht das Problem sind, sondern ein Teil der Lösung. (fp)