Das Gesundheitswesen war im vergangenen US-Wahlkampf ein zentrales Thema. Hillary Clintons Ankündigung, Medikamentenpreise in den USA regulieren zu wollen, schickte die Kurse vieler Pharmakonzerne auf Talfahrt. Nun hat Donald Trump gewonnen – und Pharma-Investoren freuen sich. "Das unerwartete Ergebnis der Präsidentschaftswahl hat dazu geführt, dass sich die politischen und regulatorischen Bedenken zerstreut haben, die den Gesundheitssektor belastet hatten", sagt Adeline Salat-Baroux, Portfoliomanagerin bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Trump hat sich in ersten Erklärungen für die medizinische Forschung ausgesprochen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt Obamacare: Während des Wahlkampfs hatte Trump angekündigt, die Gesundheitsreform von Barack Obama aufzuheben. Mittlerweile will er sie lediglich ummodeln. "Trump scheint sich auf die Finanzierung der Reform zu konzentrieren, mit einer Verschiebung der Finanzierung von der Bundesebene auf die einzelnen Staaten", sagt Salat-Baroux.

Keine bitteren Pillen mehr
Durch die neuen Marktbedingungen und die Korrektur der vergangenen Monate ist der Einstieg in Health-Care-Aktien attraktiv, sagt die Expertin. Die Titel sind deutlich günstiger bewertet als der Gesamtmarkt. "Wir sind überzeugt, dass eine Erholung einsetzen wird", sagt Salat-Baroux. Das gilt vor allem für Aktien, die in den vergangenen Monaten besonders stark gelitten haben: Krankenkassen und große Biotech-Unternehmen. Sie handeln derzeit mit einem Abschlag von 30 Prozent oder mehr auf den Gesamtmarkt.

Im kommenden Jahr dürften die Erträge der Gesundheitsbranche voraussichtlich um rund 13 Prozent steigen. Viele Unternehmen haben spannende Produkte in der Pipeline, auch neue Behandlungsmethoden stehen kurz vor dem Durchbruch. Darüber hinaus ist das Umfeld günstig für Unternehmensfusionen und Übernahmen. "Vor diesem Hintergrund haben wir unser Engagement in Biotech-Unternehmen deutlich verstärkt", sagt Salat-Baroux.