Die US-Strafzölle auf chinesische Importe schaden den Vereinigten Staaten mehr als der Volksrepublik. Zu diesem Schluss kommt der Asset Manager DWS in seiner "Chart of the Week“-Analyse. Zwar leiden beide Staaten. Doch während die US-Importe aus China im Vergleich zum vierten Quartal 2018 um nur drei Prozent zurückgingen, importierte China 15 Prozent weniger Waren aus den USA. Statt sich zu verringern, hat sich das amerikanische Handelsdefizit damit sogar erhöht.

Vergleicht man die Entwicklung mit dem April des Vorjahres, wird der Unterschied noch deutlicher: Im Handel mit den USA gingen die chinesischen Exporte seit April 2018 um 13,1 Prozent zurück, die Importe aus den USA ließen hingegen um 25,7 Prozent nach. "Eine starke Konsumentenstimmung der Amerikaner und vorgezogene Käufe zur Umgehung der Zölle" führten laut DWS-Ökonom Xueming Song vor allem dazu, dass die US-Importe aus China langsamer schrumpften. 

Trump hat sich verkalkuliert
Damit geht die Rechnung von US-Präsident Donald Trump nicht auf: Er hatte Anfang 2018 Zölle auf US-Importe aus China angehoben, um chinesische Produkte unattraktiv zu machen. US-Verbraucher und Exporteure sollten davon profitieren. Tatsächlich aber leiden sie jetzt unter Trumps Handelspolitik, da China seinerseits Vergeltungszölle einführte. Die Volksrepublik macht sich inzwischen mit neuen Exportmärkten in Asien und Europa unabhängiger von den USA. (fp)