In den kommenden Jahren werden die Zuflüsse in nachhaltige Investmentfonds und ETFs stark zunehmen, prognostiziert Michael Lewis, Leiter für ESG-Recherche beim Vermögensverwalter DWS. Wer bei seinen Investment-Entscheidungen Wert auf ethische, ökologische und soziale Aspekte (ESG-Kriterien) legt, kann dabei besonders starken Einfluss auf Schwellenländer nehmen, sagt Lewis. "Die Verbindung zwischen ESG und der wirtschaftlichen Unternehmensentwicklung aus einer regionalen Perspektive ist in den Schwellenländern stärker als in jeder anderen Region."

Dafür nennt der ESG-Experte mehrere Gründe: Zum einen wird die Bevölkerung laut Prognose der Vereinten Nationen in den kommenden 30 Jahren um 2,1 Milliarden Menschen wachsen, und das vor allem in den Städten. Das prognostizierte Wachstum findet dabei nahezu ausschließlich in den Schwellenländern statt. Dort ist das Dauerproblem Luftverschmutzung nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits heute eine der häufigsten Todesursachen. Regionen in Asien, Mittelamerika und der Karibik sind zudem am stärksten von Umweltkatastrophen betroffen, viele davon bedingt durch den Klimawandel.

Finanzielle Vorteile
Folglich erwarten Experten bis 2050 hohe Verluste durch Überflutungen in Mega-Städten wie Guangzhou oder Mumbai. DWS-Experte Lewis hält ESG-Investments in Schwellenländern nicht nur wegen des wachsenden Bedarfs für sinnvoll. Dort seien ESG-Ziele und die Unternehmensperformance auch besonders stark korreliert. Investitionen nach ESG-Kriterien könnten sich daher auch positiv auf die lokalen Arbeits- und Finanzmärkte auswirken. (fp)