Fondsmanager Tim Albrecht und weitere namhafte Kollegen aus dem Hause DWS haben in großem Stil in die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard investiert. Dies berichtet das Branchenportal "Finanz-Szene.de" und beruft sich dabei auf Factsheets sowie Halbjahres- und Jahresberichte der Fonds der Deutsche-Bank-Tochter. Der Kurs der Wirecard-Aktie war immer wieder unter Druck geraten und phasenweise sogar regelrecht abgestürzt. Auslöser waren wiederholt kritische Berichte der "Financial Times", wonach das Unternehmen Geschäfte von Auslandstöchtern in Singapur, Dubai und Irland nicht korrekt verbucht habe.

Die Kursturbulenzen scheinen für die DWS-Manager jedoch eine Einstiegsgelegenheit gewesen zu sein. So steckt etwa bei dem von Albrecht gelenkten DWS Deutschland dem jüngsten Factsheet von Ende Oktober zufolge ein Anteil von 9,2 Prozent in den Wirecard-Aktien. Das Vehikel verwaltet ein Vermögen von rund fünf Milliarden Euro. Im von der DWS angegebenen Vergleichsindex des Fonds, dem CDax, entfällt auf das Papier ein Anteil von gut einem Prozent. Mit der hohen Gewichtung erreicht Albrecht somit fasst den Maximalwert von zehn Prozent je Titel.

DWS stockt auf…
Auch in Fonds wie dem von Christoph Ohme gelenkten DWS Investa sowie dem DWS Aktienstrategie Deutschland von Hansjörg Pack nimmt die Aktie des Konzerns aus Aschheim bei München mit 7,2 und 3,8 Prozent ein hohes Gewicht ein, so "Finanz-Szene.de". Die DWS gab zum 15. Oktober per Pflichtmitteilung bekannt, die Schwelle von drei Prozent an dem Zahlungsdienstleister überschritten zu haben. Nur drei Tage später nahm das Haus die Fünf-Prozent-Marke und gab an, die Fonds des Hauses würden 5,95 Prozent von Wirecard halten.

DWS-Mann Albrecht begründete "Finanz-Szene.de" gegenüber die hohe Gewichtung des Zahlungsdienstleisters mit der aktuellen Hausmeinung. Angesichts der derzeitigen Konjunkturlage und der Aussichten bevorzuge der Asset Manager in Deutschland und darüber hinaus Finanz- und Technologie-Werte. Zugleich sei die Auswahl liquider Aktien in diesem Segment begrenzt. So war die größte Position des DWS Deutschland per Ende Oktober der Tech-Konzern SAP mit 9,9 Prozent Anteil. Albrecht hatte in einem früheren Interview erläutert, dass das bei der DWS für deutsche Aktien zuständige Team sich eng austausche und auf eine einheitliche Investmentstrategie und eine stimmige Verteilung der ausgewählten Aktien über die verschiedenen Fonds achte.

…Jupiter verkauft
Andere Asset Manager haben hingegen ihr Wirecard-Engagement rapide heruntergefahren. So hat das britische Fondshaus Jupiter mehreren Berichten zufolge erheblich Papiere abgestoßen. Die Jupiter-Manager Mark Heslop and Mark Nichols reduzierten im Oktober ihren damals noch rund 600 Millionen Pfund schweren Anteil an dem Zahlungsdienstleister deutlich. Heslop und Nichols hatten im Sommer bei zwei Flaggschiff-Fonds für europäische Aktien das Ruder von Alexander Darwall übernommen, der die Wirecard-Positionen ursprünglich aufgebaut hatte. (ert)