Bei der DWS schaut man mit Sorge auf den Subprime-Bereich von Verbraucherkrediten in den USA. Seit Herbst 2016 hat sich die Ausfallquote bei Kreditkarten-Ausleihungen kleinerer US-Geschäftsbanken mehr als verdoppelt. Sie liegt nun bei rund sechs Prozent, berichtet die Investmentgesellschaft. Damit ist das Ausfallniveau in diesem Marktsegment inzwischen sogar höher vor Ausbruch der Finanzkrise 2008. Bei den hundert größten Banken sieht das Bild dagegen deutlich positiver aus.

 

Hauptursache für die Divergenz zwischen großen und kleinen Geldhäusern ist offenbar die zunehmende Kundensegmentierung auf dem amerikanischen cKreditkartenmarkt, sagt Christian Scherrmann, US-Ökonom bei der DWS. Großbanken ziehen eher Kunden mit höherer Kreditwürdigkeit an und können ihre Schuldner genauer auswählen. Subprime-Kunden sind bei ihnen deshalb in der Minderheit, auch wegen regulatorischer Änderungen nach der letzten Finanzkrise.

Blick auf die Job-Statistik
Subprime-Kredite können sich in wirtschaftlich starken Zeiten für Banken lohnen, werden aber zum Risiko, sobald die Konjunktur schwächelt. Nicht nur bei Kreditkartenkrediten für eher bonitätsschwache Kunden sind derzeit vermehrt Ausfälle zu beobachten, berichtet die DWS. Auch bei anderen Arten von Subprime-Krediten, etwa bei Autokrediten, sind die Ausfallquoten gestiegen. Am höchsten waren die Zahlungsrückstände zuletzt bei jüngeren Kreditnehmern.

Angesichts der Rolle, die Subprime-Kredite bei der letzten Krise gespielt haben, ist der Trend besorgniserregend, sagt Scherrmann. "Die Arbeitsmärkte bleiben voraussichtlich nicht ewig so günstig wie in den letzten Jahren", warnt er. Verlieren mehr Kreditnehmer ihren Job, können sie ihre Kredite erst recht nicht mehr bedienen. Die Ausfallquoten dürften dann weiter steigen. (fp)