Der Drohnenangriff auf zwei große Raffineriestandorte in Saudi-Arabien ist nicht spurlos an den globalen Rohstoffmärkten vorübergegangen. Der Preis für ein Fass der Ölsorte Brent ist am Montag um rund acht Prozent gestiegen. Für die Analysten der DWS ist der Anstieg um etwa sechs US-Dollar je Barrel (entspricht 159 Litern) allerdings nicht weiter dramatisch: "Brent handelt nun wieder dort, wo es zuletzt im Juli gehandelt wurde und liegt damit auf dem Niveau des Durchschnittskurses seit Jahresbeginn."

Die längerfristigen Auswirkungen des Angriffs könnten aber gravieredner ausfallen, schreiben die Experten des Asset-Management-Arms der Deutschen Bank. Zum einen haben die USA dem Iran gedroht, sollte dieser an dem Angriff beteiligt gewesen sein, zum anderen geht die Öl-Produktion in den USA zurück. So sei die Anzahl der US-Bohrtürme seit Jahresbeginn um fast ein Fünftel gesunken. "Vor dem Angriff war eine Schlüsselfrage für den Markt, wie hoch der wahrscheinliche Angebotsüberhang im Jahr 2020 angesichts des konjunkturbedingten Nachfragerückgangs ausfallen könnte", sagt Darwei Kung, DWS-Portfoliomanager für Rohstoffe.

Zentralbanken wären keine große Unterstützung
Nun ist die Lage eine andere: "Die Höhe des heutigen Ölpreisanstiegs wird die Nachfrage wahrscheinlich nicht wesentlich verändern, aber es ist ein weiterer Gegenwind." Sollte es gar zu einer Versorgungskrise kommen, erwarten die Analysten der DWS keine allzu große Unterstützung der Zentralbanken. Schließlich seien diese derzeit auch nicht im Stande, die negativen Auswirkungen von Handelskriegen zu dämpfen. (fp)