Während einige Marktbeobachter bereits die nächste Rezession heraufbeschwören, bleibt Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege bei DWS, gelassen. Sein Resümee: In den USA und Europa herrscht nahezu Vollbeschäftigung, Unternehmen liefern gute Bilanzen, Kredite fallen nur selten aus, Öl ist bezahlbar, Zinserhöhungen sind nicht in Sicht und US-Präsident Donald Trump ist immer wieder gesprächsbereit. "Was kann man sich als Anleger mehr wünschen?", fragt sich Kreuzkamp.

Der DWS-Chefanlagestratege räumt aber auch ein, dass Investoren es derzeit schwer haben, die aktuelle Marktlage richtig einzuschätzen. Schließlich ist die US-Zinskurve derzeit invertiert. In der Vergangenheit war dies häufig ein erstes Anzeichen für eine nahende Rezession. Doch danach können Investoren sich derzeit nicht richten, sagt Kreuzkamp. Denn die Zinskurve werde vor allem von negativen Leitzinsen, Anleihekäufen der Zentralbanken und dem Handelskrieg zwischen China und den USA verzerrt.

Vergangenheit kann Zukunft nicht voraussagen
Darum sollten Anleger die aktuellen Entwicklungen nicht direkt mit vergangenen gleichsetzen. Die politischen Rahmenbedingungen seien zu unterschiedlich gewesen, um ein einheitliches Muster ableiten zu können, sagt der DWS-Chefanlagestrage. Trotzdemwill Kreuzkamp keine Entwarnung geben: "Sorgen machen die Signale aus dem Rentenmarkt, zunehmend aber auch das politische Umfeld." (fp)