Der globale Aktienindex MSCI World ist im vergangenen Monat um fast zwölf Prozent gestiegen. Damit war der November der zweitstärkste Börsenmonat seit 1970. Nur im Januar 1975 sind die Aktienkurse noch stärker in die Höhe geschnellt. Grund für die Rally war der DWS zufolge zum einen die Konjunkturerholung, die für das kommende Jahr höhere Unternehmensgewinne erwarten lässt. Zum anderen lässt sich eine umgekehrte Korrelation zwischen der Aktienmarktbewertung und der Entwicklung der realen Staatsanleiherenditen beobachten.

Der Verfall der Anleiherenditen zwinge viele Investoren, sich nach Alternativen zu sicheren Staatsanleihen umzusehen und auf riskantere Anlageklassen auszuweichen, schreiben Experten der DWS. Für die Aktienmärkte bringt das neben Rückenwind auch ein Risiko mit sich: Damit die Kurse weiter steigen, sind nicht nur Fortschritte beim Bekämpfen der Covid-19-Pandemie vonnöten, sondern auch weiterhin niedrige Realrenditen auf der Rentenseite.

Vertrauen in die Notenbanken
Das Wohl und Wehe der Aktienmärkte hängt dieser Tage nicht unwesentlich vom Handeln der Zentralbanken ab. Sie können die Rally stützen, indem sie die Nominalzinsen auf einem niedrigen Niveau belassen, sogar dann, wenn die Inflation anzieht. Bei der DWS rechnen die Experten damit, dass die Notenbanken in den kommenden zwölf Monaten genau das tun werden. 

"Da wir mit außergewöhnlich hoher Überzeugung davon ausgehen, dass das Zinsumfeld noch über unseren Prognosehorizont von einem Jahr niedrig bleiben wird, haben wir beschlossen, unsere Schätzung der Risikoprämie für Aktien zu reduzieren", erklärt DWS-Aktienstratege Thomas Bucher. Das mündet wiederum in höheren Ziel-KGVs für das kommende Jahr. (fp)