Die Covid-19-Pandemie wirkt in mancherlei Hinsicht wie ein Brandbeschleuniger. Im Immobiliensektor hat sie bestehende Trends befeuert. Einer davon ist der Niedergang des Einzelhandels.

Traditionell korrelieren Einzelhandels- und Industrieimmobilien preislich stark. Im vergangenen Jahr erzielten Industriegebäude (vor allem Lagerhallen) in den Vereinigten Staaten laut DWS eine Gesamtrendite von 11,8 Prozent. Mit Einkaufszentren machten Anleger dagegen im Schnitt 7,5 Prozent Verlust. "Online-Handel gab es zwar schon lange vor Covid, aber die Lockdowns brachten einen unglaublichen Wachstumsschub", schreiben Experten der DWS in einem aktuellen Kommentar.

Immerhin: Einige hochklassige Einkaufszentren dürften die Coronakrise überleben – und anschließend als "Unterhaltungszentren" florieren, glauben die Experten. Sie setzen ihre Hoffnungen in innerstädtische Malls, in denen Besucher neben Lebensmittelläden auch Restaurants und Fitnessstudios finden. Die sind zwar wegen der Pandemie derzeit geschlossen und sehen auch nach Corona schwierigen Zeiten entgegen. Ein Mix aus Waren des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen sollte dem Online-Handel aber nach Einschätzung der DWS-Analysten besser die Stirn bieten können als Einkaufszentren, die in erster Linie auf Bekleidungsgeschäfte setzen.

Überangebot bei Industriegebäuden befürchtet
Die Nachfrage nach "gemischten" Einzelhandelsobjekten dürfte steigen, prognostiziert der Fondsanbieter – vor allem in jenen Regionen der USA, wo die Bevölkerung stark wächst. "Wie so oft bei Immobilien ist auch hier die Lage entscheidend", schreiben die Analysten. Für Industrieimmobilien, die zuletzt gut gelaufen sind, zeigen sie sich mit Blick in die etwas weiter entfernte Zukunft weniger optimistisch: Sie befürchten, dass die Objekte zu teuer werden könnten, sodass letztlich ein Überangebot entsteht. Momentan gebe es dafür aber noch keine Anzeichen. (fp)