Der deutsche Leitindex dürfte im kommenden Jahr weiter in die Höhe klettern, sagt Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel. "Ich sehe den Dax im Jahr 2020 bis auf 14.000 Punkte steigen", erklärte er gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Deutsche Aktien bleiben seiner Einschätzung nach also attraktiv, auch wenn der Dax voraussichtlich nicht mehr so stark steigt wie im laufenden Jahr. Der Grund: Deutschlands Industrie leidet unter dem Handelskrieg zwischen China und den USA. Gibt es an dieser Front Entspannung, dürften Investoren wieder mutiger zugreifen.

Das Wirtschaftswachstum wird sich im kommenden Jahr rund um den Globus leicht abschwächen, prophezeit Mumm. Er rechnet weiterhin mit stark politisch getriebenen Börsen. Vor allem die Geopolitik und der chinesisch-amerikanische Handelskonflikt werden wohl auch im Jahr 2020 die Börsenkurse in Schach halten. "Auch die amerikanischen Präsidentschaftswahlen dürfen für die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht unterschätzt werden", warnt der Ökonom.

EZB lässt den Geldhahn offen
In Europa setzt Mumm große Hoffnungen in Christine Lagarde, die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie dürfte in der kommenden Zeit für die lockere Geldpolitik der Notenbank werben – und dabei nach Einschätzung des Ökonomen verständlicher kommunizieren als ihr Vorgänger Mario Draghi. Darüber hinaus könnte Lagarde mehr Druck bei der Fiskalpolitik machen, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Sollte in Europa eine Rezession drohen, könnte sie nach Ansicht von Mumm sogar über Helikoptergeld nachdenken, also eine Ausweitung der Geldmenge. (fp)